Eine Hypnoseshow ist für die meisten Veranstalter eine einmalige Sache. Anders als beim Catering oder beim DJ gibt es keine Routine – und keine Vorstellung davon, was so ein Gespräch überhaupt beinhaltet.
Das führt regelmäßig dazu, dass Anfragen zu spät kommen oder gar nicht. Deshalb dieser Artikel: Er nimmt der ersten Kontaktaufnahme die Unklarheit, indem er den kompletten Ablauf beschreibt – von der ersten E-Mail bis zum Veranstaltungstag.
Schritt 1: Die Anfrage – fünf Angaben reichen
Für ein erstes, belastbares Angebot brauche ich nicht viel. Diese fünf Punkte genügen:
- Anlass – Weihnachtsfeier, Sommerfest, Jubiläum, Messe, Vereinsfest?
- Datum – oder zumindest ein Zeitraum
- Ort – die Stadt reicht, für die Anfahrtskalkulation
- Ungefähre Gästezahl – 80, 150, 400? Eine Größenordnung genügt
- Gewünschte Showlänge – oder die Frage danach, was passt
Alles Weitere klärt sich im Gespräch. Wer diese fünf Angaben in einer E-Mail hat, bekommt von mir innerhalb von 24 Stunden eine Antwort – meistens mit Verfügbarkeit und einer Preisspanne.
Schritt 2: Das Gespräch – etwa 20 Minuten
Telefon oder Video, je nachdem, was Ihnen lieber ist. Was ich dabei wissen will, hat weniger mit Technik zu tun als mit Kontext.
Zum Anlass
- Was ist der Grund für die Veranstaltung, und was soll der Abend leisten?
- Gibt es etwas zu feiern, das über den Termin hinausgeht?
- Wie war die letzte vergleichbare Veranstaltung – was lief gut, was nicht?
Zum Publikum
- Wie ist die Altersstruktur, wie international ist das Team?
- Kennen sich die Gäste untereinander?
- Wie ist die Stimmung im Haus gerade? (Diese Frage ist wichtiger, als sie klingt.)
- Gibt es Konstellationen, die heikel sind?
Zum Ablauf
- Wie sieht der geplante Abendablauf aus?
- Wann ist Essen, wann sind Reden, wann wäre der Showact?
- Gibt es parallele Programmpunkte?
Zum Raum
- Wie groß ist der Saal, wie ist bestuhlt?
- Gibt es eine Bühne oder eine Erhöhung?
- Welche Technik ist vorhanden?
- Wo stehen Bar und Ausgänge?
Wenn Sie Fotos des Raums haben, sind die Gold wert. Worauf es dabei ankommt, steht im Location-Check.
Die Fragen, die Sie stellen sollten
Ein Vorgespräch ist keine Einbahnstraße. Diese Fragen liefern Ihnen die aussagekräftigsten Antworten:
- Wo ziehen Sie die Grenze – was kommt bei Ihnen nicht vor? Die wichtigste Frage überhaupt. Wer darüber nachgedacht hat, antwortet konkret und mit Beispielen.
- Was passiert, wenn sich niemand meldet? Eine gute Antwort beschreibt ein konkretes Vorgehen, keine Beruhigung.
- Was brauchen Sie technisch, und was müssen wir stellen? Klärt den größten versteckten Kostenblock.
- Wie lange sind Sie vor Ort? Aufbau, Soundcheck, Nachlauf – wichtig für die Zeitplanung.
- Was passiert, wenn Sie krank werden? Ein professioneller Anbieter hat darauf eine Antwort.
- Dürfen Gäste filmen? Sollte vorher geklärt sein, gerade im Firmenkontext.
Weitere Kriterien stehen in Wie wähle ich den richtigen Bühnenhypnotiseur?.
Schritt 3: Das Angebot
Ein Angebot, das Sie vergleichen können, enthält diese Positionen – als Einzelposten und als Gesamtsumme:
| Position | Was drinstehen sollte |
|---|---|
| Gage | Showlänge, Anzahl der Blöcke |
| Anfahrt | pauschal oder nach Kilometern |
| Übernachtung | ob nötig, wer bucht |
| Technik | was mitgebracht wird, was gestellt werden muss |
| Ausfallregelung | Krankheit, höhere Gewalt, Stornofristen |
| Zahlungsziel | Anzahlung ja oder nein, Restzahlung wann |
| Mehrwertsteuer | ausgewiesen oder nicht |
Warum die Gesamtsumme so wichtig ist: Ohne sie vergleichen Sie Angebote, die unterschiedliche Dinge enthalten. Mehr dazu im Entertainment-Budget-Guide.
Schritt 4: Zwischen Zusage und Veranstaltung
Nach der Buchung ist erst einmal Ruhe – aber nicht ganz. Üblich sind drei Kontaktpunkte:
Direkt nach der Zusage
Technische Anforderungen schriftlich, Kontaktdaten der Ansprechpartner vor Ort, Klärung der Anreise.
Etwa zwei Wochen vorher
Abgleich des finalen Ablaufplans. Das ist der wichtigste Termin, weil sich Zeitpläne bis dahin fast immer noch verschoben haben. Hier wird auch besprochen, wer die Ansage macht und wie der Übergang zum Showact aussieht.
Am Veranstaltungstag
Ankunft in der Regel 90 bis 120 Minuten vor Showbeginn, Soundcheck, kurzer Blick auf den Raum, Abstimmung mit Technik und Servicepersonal. Wenn möglich, ein kurzer Draht zur Person, die den Abend moderiert.
Die drei Angaben, die am häufigsten fehlen
Aus vielen Anfragen weiß ich, welche Informationen regelmäßig vergessen werden – und jede davon kostet eine Rückfrage und damit ein bis zwei Tage.
Die Endzeit der Veranstaltung
Klingt nebensächlich, ist es aber nicht. Sie entscheidet darüber, ob eine Übernachtung nötig ist – und damit über einen Teil der Kosten. Wenn eine Show um 21 Uhr endet und die Anreise zwei Stunden beträgt, geht es ohne Hotel. Bei einem späten Slot ist eine Übernachtung dagegen keine Bequemlichkeit, sondern Verkehrssicherheit.
Wer vor Ort entscheidet
Am Veranstaltungstag müssen manchmal Dinge kurzfristig entschieden werden: Der Zeitplan rutscht, die Technik macht Probleme, die Bar soll doch offen bleiben. Wenn klar ist, wer an dem Abend entscheidungsbefugt ist, lässt sich das in zwei Minuten klären. Wenn nicht, wird improvisiert.
Ob es einen Moderator gibt
Der Übergang zum Showact ist einer der wirkungsvollsten Momente des Abends – und einer der am häufigsten verschenkten. Wenn jemand moderiert, stimmen wir die Ansage vorher ab. Wenn nicht, plane ich den Einstieg anders. Beides funktioniert, aber es sollte vorher feststehen.
Was ich manchmal von mir aus anspreche
Es gibt drei Themen, die ich im Vorgespräch von mir aus anschneide, weil sie später sonst zu Reibung führen:
- Fotos und Videos. Auf Firmenfeiern filmen viele Gäste mit. Das ist in Ordnung, sollte aber bewusst entschieden sein – gerade weil Freiwillige auf der Bühne stehen. Manche Unternehmen regeln das intern ohnehin.
- Umgang mit Alkohol. Wenn der Showact spät liegt, spreche ich das offen an und schlage einen früheren Slot vor. Warum das so wichtig ist, steht in Die 3 Arten Hypnose-Freiwillige.
- Heikle Konstellationen. Steht eine Umstrukturierung an? Gibt es Spannungen zwischen Standorten? Das ändert nicht, ob ich komme – aber es ändert, wie die Show aufgebaut ist.
Wie früh sollte man anfragen?
| Zeitraum | Empfohlener Vorlauf |
|---|---|
| Dezember (Weihnachtsfeiern) | 4–6 Monate |
| Mai bis August (Sommerfeste) | 3–4 Monate |
| Übrige Monate | 6–10 Wochen |
| Kurzfristig | immer eine Anfrage wert |
Der letzte Punkt ist ernst gemeint: Termine fallen aus, Pläne ändern sich. Eine kurzfristige Anfrage kostet nichts und funktioniert häufiger, als man denkt.
Was ein Erstgespräch nicht ist
Zum Schluss die Entwarnung: Ein Erstgespräch ist kein Verkaufsgespräch und keine Verpflichtung. Es dient dazu herauszufinden, ob das Format zu Ihrem Anlass passt.
Ich sage regelmäßig ab oder rate ab – etwa wenn eine Gruppe zu klein ist, der Raum nicht funktioniert oder der geplante Zeitpunkt so ungünstig liegt, dass die Show ihre Wirkung nicht entfalten kann. Das ist für beide Seiten besser als ein Abend, der nur halb funktioniert.
Häufig gestellte Fragen
Welche Angaben braucht ein Showhypnotiseur für ein Angebot?
Fünf reichen: Anlass, Datum, Ort, ungefähre Gästezahl und gewünschte Showlänge. Damit lässt sich Verfügbarkeit prüfen und eine belastbare Preisspanne nennen. Alles Weitere klärt sich im Gespräch.
Wie lange dauert ein Erstgespräch?
Etwa 20 Minuten, per Telefon oder Video. Es geht dabei weniger um Technik als um Kontext: Anlass, Publikum, Stimmung im Haus, Ablaufplan und Raum. Fotos des Saals sind besonders hilfreich.
Wie früh sollte man eine Hypnoseshow anfragen?
Für Dezember-Termine vier bis sechs Monate vorher, für Sommerfeste drei bis vier Monate, sonst sechs bis zehn Wochen. Kurzfristige Anfragen sind trotzdem sinnvoll – Termine fallen aus und Pläne ändern sich häufiger, als man denkt.
Was sollte in einem seriösen Angebot stehen?
Gage, Anfahrt, Übernachtung, Technikbedarf, Ausfallregelung, Zahlungsziel und Mehrwertsteuer – als Einzelposten und als Gesamtsumme. Ohne Gesamtsumme vergleichen Sie Angebote, die unterschiedliche Leistungen enthalten.
