In einer Hypnoseshow ist Musik kein Hintergrund. Sie ist Teil der Suggestion. Wenn ich auf der Bühne sage „Und genau jetzt …“, dann muss die Musik genau jetzt kommen – nicht zwei Sekunden später, nicht nach einem Handzeichen zum Technikpult und erst recht nicht, nachdem ich zu meinem Laptop gelaufen bin.
Dazu kommt: Keine Hypnoseshow läuft nach Drehbuch. Die Freiwilligen bestimmen das Tempo. Manchmal dauert eine Szene drei Minuten, manchmal acht, weil gerade etwas Wunderbares passiert, das ich nicht abbrechen will. Ein Programm, das stur von Titel zu Titel springt, hilft mir da nicht. Also habe ich mir mein eigenes gebaut.
Eine Software, die so denkt wie eine Hypnoseshow
Es gibt sehr gute Programme für Theater und sehr gute Programme für DJs. Aber keines war für das gemacht, was ich auf der Bühne brauche. Also habe ich angefangen zu programmieren. Herausgekommen ist eine Show-Software, die – ich sage das ganz unbescheiden – perfekt für Hypnotiseure ist:
- Alles an einem Ort: Ich lade alle meine Tracks hinein und lege mir eigene Playlisten an, für jede Show-Variante eine.
- Start genau an der richtigen Stelle: Für jeden Track setze ich einen In-Punkt. Viele Songs haben ein langes Intro, das ich nicht brauche – meine Musik beginnt dort, wo die Szene sie braucht.
- Zeitmarken: Wichtige Stellen im Track markiere ich mir, damit ich sie wiederfinde.
- Loop oder nicht: Eine Szene dauert länger als der Song? Dann läuft er in Schleife ab dem In-Punkt weiter, bis ich weiterschalte.
- Automatisch oder auf Signal: Pro Track lege ich fest, ob der nächste von selbst folgt oder bereitsteht und auf mein Zeichen wartet.
- Eigene Lautstärke pro Track: Manche Aufnahmen sind einfach leiser als andere. Das gleiche ich vorher aus, damit auf der Bühne nichts plötzlich zu laut oder zu leise ist.
- Ausblenden auf Kommando: Ein Tastendruck, und der Track blendet sanft aus – genau in dem Moment, in dem ich es will. Die Dauer stelle ich vorher ein.
Damit ich die richtige Stelle nicht nach Gehör suchen muss, zeigt mir die Software die Wellenform jedes Tracks. Ein Klick setzt den In-Punkt, ein Rechtsklick eine Zeitmarke.
Und dann gibt es noch eine Funktion, die mir schon viel Nerven gespart hat: den Export. Wer schon einmal eine Show auf einem anderen Rechner starten wollte, kennt das Problem. Die Musik lag in zehn verschiedenen Ordnern, und plötzlich sind die Hälfte der Dateien „offline“. Bei mir wird die ganze Show mit allen Medien exportiert und auf dem anderen Rechner wieder importiert – und läuft.
Die Fernbedienung in meiner Hand
Gesteuert wird das alles mit einem kleinen Handsender, der unauffällig in meiner Hand liegt. Den passenden USB-Empfänger habe ich umprogrammiert, sodass er mit meinem Sender zusammenarbeitet, und die Tasten habe ich selbst belegt. In der Software kann ich jeder Taste die Funktion geben, die ich gerade brauche: weiter, ausblenden, stoppen – je nachdem, wie die Show aufgebaut ist.
Das Ergebnis: Ich stehe bei meinen Freiwilligen, schaue ihnen in die Augen, und die Musik kommt in genau dem Moment, in dem ich den Daumen bewege. Niemand im Publikum sieht, wie es passiert. Es passiert einfach.
Warum kein Bluetooth?
Die naheliegende Lösung wäre Bluetooth gewesen. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Bluetooth teilt sich sein Frequenzband mit WLAN – und in einem Saal mit dreihundert Gästen hat fast jeder ein Smartphone dabei, dazu kommen das WLAN der Location, Kopfhörer, Smartwatches und manchmal die Funktechnik der Band. Dieses Band ist dann schlicht voll. Dazu braucht Bluetooth eine gekoppelte Verbindung, und die kann im ungünstigsten Moment abreißen.
Mein Sender funkt auf einem eigenen, deutlich ruhigeren Kanal. Solche Funkwege reichen bei gleicher Leistung weiter und kommen besser durch Menschenmengen und Wände. Für große Bühnen und große Räume ist das genau richtig: Ich kann mich frei bewegen, und der Befehl kommt an.
Die ganze Kette – für alle, die es genau wissen wollen
Der Sender in meiner Hand funkt an den Empfänger, der per USB an meinem Bühnen-Laptop steckt. Dort läuft die Show-Software, die auf Knopfdruck den richtigen Track abfeuert. Vom Audioausgang des Laptops geht es in eine DI-Box. Die macht aus dem unsymmetrischen Laptop-Signal ein symmetrisches – das ist die Sprache, die Mischpulte sprechen, und es bleibt auch über lange Kabelwege frei von Brummen und Störgeräuschen. Von dort geht es an den DJ der Veranstaltung oder – auf Wunsch und je nach Paket – an meine eigene Anlage.
Für Veranstalter heißt das vor allem eines: Ich brauche keinen eigenen Techniker, der meine Einsätze fährt. Ein freier Eingang am Mischpult reicht. Was wir dazu vorab klären, steht in So läuft ein Erstgespräch mit einem Showhypnotiseur ab.
Hypnose und Coding – näher beieinander, als man denkt 😉
Vielleicht ist es kein Zufall, dass mir beides Spaß macht. Beim Programmieren schreibe ich klare Anweisungen in einer bestimmten Reihenfolge, und am Ende passiert genau das, was ich beschrieben habe. Bei der Hypnose … na ja. Sagen wir: Die Ähnlichkeit ist größer, als man denkt. Nur dass meine Freiwilligen deutlich mehr Humor haben als jeder Computer.
Häufig gestellte Fragen
Braucht SuePrise einen Techniker für die Musik?
Nein. Ich steuere die Musik während der Show selbst mit einer Funk-Fernbedienung in der Hand. Vor Ort brauche ich nur einen freien Eingang am Mischpult des DJs oder der Haustechnik. Auf Wunsch bringe ich je nach Paket auch eigene Technik mit.
Wie kommt die Musik an die Anlage der Location?
Mein Bühnen-Laptop gibt den Ton über eine DI-Box als symmetrisches Signal per XLR-Kabel aus. Damit kann jedes übliche Mischpult direkt arbeiten, auch über lange Kabelwege und ohne Brummen.
Funktioniert die Funksteuerung auch in großen Hallen?
Ja. Mein Sender nutzt bewusst nicht Bluetooth, sondern einen eigenen, ruhigeren Funkkanal. Der reicht weiter und ist weniger anfällig für Störungen durch WLAN und die vielen Smartphones im Publikum.
